Was uns bewegt

Täglich kamen sie im Tempel zusammen und feierten in den Häusern das Abendmahl. In großer Freude und mit aufrichtigem Herzen trafen sie sich zu gemeinsamen Mahlzeiten. (Apg. 2,46)
Ich bin immer wieder erstaunt, was an Pfingsten und in den Wochen danach in Jerusalem geschah. Irgendwie wäre ich gerne selbst dabei gewesen. Was für eine Kraft muss das gewesen sein, als ein Brausen vom Himmel kam wie von einem gewaltigen Sturm und die Jünger mit dem Heiligen Geist erfüllt wurden. Als Petrus mit Be"geist"erung von Jesus predigte. Als allein 3.000 Menschen an einem Tag in die Gemeinde aufgenommen wurden. Eine tolle Stimmung, die da zur Geburtsstunde der ersten Gemeinde herrschte - ganz anders als noch die Angst und das Erschrecken zu Ostern.

Die erste Christen hatten eine enge Gemeinschaft. Wir lesen davon, dass sie sich täglich trafen, um miteinander zu essen, zu beten und Gott zu loben. Im Tempel und vor allem auch in ihren eigenen Häusern, denn die Gemeinde wuchs schnell und brauchte Platz. Damals lebten die Christen noch in der sogenannten "Naherwartung", d.h. sie glaubten, dass sie es noch erleben würden, dass Jesus wiederkommt. Daher herrschte eine gewisse Euphorie, viele verkauften sogar ihren Besitz und teilten das Geld mit denen, die in Not waren.

Eine Haltung, die uns heute auf den ersten Blick naiv vorkommt. Es sind rund 2.000 Jahre vergangen. Die erste Euphorie ist verflogen. Tägliche Treffen mit allen in der Gemeinde sind nicht mehr üblich und mit unserem heutigen Lebens- und Arbeitsstil auch kaum vereinbar.

Trotzdem bin ich immer wieder be"geist"ert, dass der Kern von Gemeinde so lange und über alle Zeiten erhalten geblieben ist. Auch wir treffen uns regelmäßig - wenn auch nicht täglich - feiern gemeinsam Abendmahl und treffen uns zu gemeinsamen Mahlzeiten. Hoffentlich in der gleichen großen Freude, wie die ersten Christen!

Die Hauskreise halten die Tradition wach, sich in den Häusern zu treffen, sich in kleineren Gruppen auszutauschen, gemeinsam zu beten und Gott zu loben. Viele unserer Aktivitäten brauchen aber mehr Platz als ein Wohnzimmer bieten kann.

Ich bin dankbar, dass wir in der Bethelkirche so schöne Räume haben, in denen wir Gott begegnen und unser Leben mit anderen Menschen teilen können: im Gottesdienst, beim gemeinsamen Kaffeetrinken und Mittagessen, in der Jungschar, im Gospelchor, auf dem Winterspielplatz und in vielen weiteren Gruppen und Aktivitäten.

Und wie im vergangenen Jahr wollen wir Pfingsten auch wieder zum Anlass nehmen, für die Tilgung unseres Baudarlehens zu sammeln, das uns den Um- und Neubau unserer Gruppenräume ermöglicht hat.

Gemeinschaft braucht Raum zur Begegnung!

Heidi Stanullo